Kopfbild der Killertal-Hexa

Geschichtlicher Hintergrund

Unweit des Killertales liegt, im ehemaligen Herzogtum Württemberg, der berühmte Hexenberg, den man Heuberg nennt. In der Nähe befindet sich der als Hexentanzplatz bekannte Venusberg.

Im 15. Jahrhundert fanden unter Berufung auf den "Malleus Maleficarum" auch in sämtlichen Fürstentümern um Hohenzollern-Hechingen/Sigmaringen eine hohe Anzahl an Hexenprozessen statt. Unter den Grafen Eitelfriedrich und Nachfolgern ging man rigoros gegen aufmüpfige und delinquente Untertanen vor und führte die Verfolgung angeblicher Hexen wieder intensiv fort.

Im Jahr 1598 kommt es zum ersten Höhepunkt als etliche Prozesse im Raum Hohenzollern-Hechingen stattfinden und allein in dieser Grafschaft wohl 86 Menschen den Wahnvorstellungen zum Opfer fielen. Erst im Jahr 1654 brechen die Prozesse ab und spätere Anklagen enden nicht mehr mit Todesstrafen. Jedoch wurden bis dahin vermutlich über 100 Hexen verfolgt und hingerichtet.

Bei den Verfolgten handelte es sich vorwiegend um Frauen. Von den fassbaren Verfolgungsopfern sind lediglich 5,8 % Männer.

Unter den weiblichen Verfolgten findet man eine sehr hohe Anzahl an Witwen oder ortsfremden Frauen. Diese Frauen folgten meist ihren Männern in dessen Geburtsort und mussten sich dort erst Sympathie und Anerkennung verschaffen. So kamen viele dieser "Hexen" in eine feindliche Atmosphäre. Konnten sie durch ihr Wohlverhalten oder andere positive soziale Eigenschaften keine Sympathien erlangen, wurde sie schon bei geringsten Auffälligkeiten als Hexe denunziert. So ist nicht verwunderlich dass alleine alle 8 Hexen aus Jungingen, die verurteilt wurden, Frauen aus anderen Ortschaften waren.

Dieser Sachverhalt, gepaart mit ungünstigen Konstellationen in der Nachbarschaft, bot genügend Raum für Denunziationen aus der Bevölkerung. So wurde selbst die Greth aus Burladingen als Hexe beschuldigt weil ein Unwetter aufzog nachdem sie tags zuvor Blumen gesammelt hatte.

Oftmals wurden Krisensituationen wie Krankheitsfälle, Unwetterschäden oder Kriegseinwirkungen den Hexen als Krisenbewältigungsstrategie untergeschoben.

Nachdem unter uns auch heute noch viele ortsfremde "Gestalten" ähnlich der verfolgten "Hexen" zu finden sind, lag es in unserem Interesse uns neben der Brauchtumspflege auch diesem geschichtlichen Hintergrund zu widmen und diesen Hexen zu gedenken.

Aus diesem Grund erhält jedes Mitglied bei seiner Taufe den Namen einer dieser Hexen.

Gegen Vorurteile und Fehden möchten die Killertal-Hexa versuchen neue Freundschaften zu bilden und die Orte miteinander zu verbinden.

Nachdem wir einen Verein gründen wollten, der eine ganze Raumschaft umfasst, bot sich dieser geschichtliche Hintergrund an und wir entschieden uns für die Gründung der Killertal- Hexen.

Wir sind gegen Ausgrenzung und stehen für Gemeinschaft, Akzeptanz und Integration.